Follow Me

 

Wie oft wird man schon noch positiv überrascht? Passiert mir wirklich selten, während unschöne Überraschungen weniger zurückhaltend sind.

Aber diese Woche wurde ich sehr positiv überrascht, als ich Donnerstag abend nach Hause kam und einen großen Brief von der Zeitschrift Lisa Kochen & Backen erhalten habe. Hier hatte ich in den vergangenen Monaten das ein oder andere Rezept eingereicht und mich sehr gefreut das ich in der April- Ausgabe 2013 schon mit meinem Schupfnudelauflauf aufgenommen wurde.

20130518-135616.jpg

Ich hab mich riesig gefreut, dass nun auch ein zweites Rezept von mir gedruckt wurde- Sommergemüseragout im Blätterteigkörbchen.

Die Rezepte dazu habe ich bei www.daskochrezept.de eingestellt- hier gehts zu den Rezepten:

Schupfnudelauflauf

Sommergemüse- Ragout im Blätterteigkörbchen

 

Nun sitze ich hier 22:15 Uhr bei einem Glas recht gutem Nero D´Avola- einem Biowein- in einem ausgewählten Bio-Hotel nach dem veganen Kochworkshop bei Attila Hildmann. Ich versuche mal den Abend ganz unvoreingenommen, so wie ich auch dem Workshop entgegen gesehen habe, Revue passieren zu lassen.

Wie schon in einem meiner früheren Artikeln geschrieben habe ich diese ganze Reise in einem Rezeptwettbewerb der Online- Zeitschrift amicella.de, bei dem es um Rezepte mit Matcha- Tee ging, gewonnen.

20130405-060550.jpg

Nun bin ich selbst kein Veganer- nicht einmal Vegetarier, wie man auf meinem Blog wohl deutlich erkennen kann. Ich reduziere allerdings meine tierische Nahrung aufgrund meiner Rheumaerkrankung bereits seit einiger Zeit und auch wenn es umstritten ist, ob eine Ernährungsumstellung bei rheumatischen Erkrankungen sinnvoll ist, glaube ich, dass ich dennoch damit Linderung erhalten habe.

20130405-060642.jpg

In den Augen der Generation Y, also der 23-25 jährigen Studenten, und den pseudo-wissenschaftlichen Aussagen des Herrn Hildmann allerdings sei die vegane Ernährung wohl der Weg zur Genesung bei dieser Krankheit, bei der die Wissenschaft nicht einmal weiß woher sie kommt.

Viel Halbwissen und wenig echte Erkenntnisse, warum vegan einfach gesünder sein soll.

Fairerweise möchte ich sagen- lecker wars.

Es gab:

20130405-061344.jpg

Gemischten Salat mit Heidelbeer-Dressing und Kürbisspalten
***
Auberginen-Törtchen gefüllt mit Süsskartoffelpüree und Brokkolicreme
***
Snickerseis

20130405-061316.jpg

Zu Beginn des Workshops wurde dann erstmal alles Gemüse auf den Tresen geworfen. Herr Hildmann war wohl gerade bei seinem liebsten Bio-Dealer vorbeigeschneit und hat mal eingekauft, was ihm gerade so gefiel und daraus wollten wir etwas leckeres zusammen kochen. Später erwähnte er nebenbei das dieses Rezept in seinem neuen Buch erscheinen würde. So viel zur Spontaneität.

Die meisten Teilnehmer der Generation Y konnten dabei nicht einmal ansatzweise die einzelnen Salatsorten auseinander halten und Herr Hildmann hatte noch nie etwas davon gehört, wie man Salate korrekt putzt und zerteilt- etwas enttäuschende Vorbereitung auf einen Kochworkshop.
Bei diesen fehlenden Kenntnissen der Kochkunst ist es vermutlich auch besser so, dass er seine Karriere als Kochkursleiter an den Nagel hängen möchte und sich vollends auf sein neues Buch konzentrieren möchte.

Genug der Kritik- kommen wir zu den überzeugenden Fakten:

Nachdem ich das Buch “Vegan for Fit” gelesen habe und dabei feststellte wie viel Nuss- und Mandelmus in den einzelnen Rezepten steckt, dachte ich, dass das ganze Essen nach nichts anderem schmeckt. Diese Meinung revidiere ich entschieden. Die Zusammenstellung der Dressings und des Pestos ist ausgewogen und lässt genügend Spielraum das sich der Geschmack der anderen Zutaten entfalten kann.
Die Gerichte sind durchaus sättigend, was man nicht unbedingt erwarten durfte bedenkt man, dass sehr wenig Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln oder Reis zum Einsatz kommen.
Die Gerichte sind durchweg schnell zubereitet und daher sicherlich auch alltagstauglich- auch für Menschen, die vollberufstätig sind und keinen eigenen Koch beschäftigen.

Bleibt die philosophische Betrachtung des Abends und hier stelle ich wohl den grössten Unterschied meines Lebensstils zur Generation Y fest.

Nennen Sie mich alt, aber gehört zum Essen nicht auch der Genuss?
Ja- das Auberginentörtchen war köstlich, aber es ist kein Rib-Eye-Steak und schmeckt auch nicht ansatzweise danach.

Gehe ich nun also davon aus, dass mir ein Rib-Eye-Steak schmeckt und ich es mir mit vollem Genuss gönnen möchte- erfüllt dann ein Auberginentörtchen das gleiche Genussempfinden?

Nein, dann mir stand ja der Sinn nach einem Steak und nicht nach Aubergine. Steht mir der Sinn nach Aubergine, dann werde ich auch eine Aubergine essen.

Ich verstehe schon, dass ein Steak nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen sollte. Auf meinem Speiseplan steht es nicht einmal jede Woche. Es ist durchaus vernünftig nicht jeden Tag ein Steak zu essen, es mag sogar durchaus vernünftig sein die meiste Zeit kein Steak zu essen- aber wollen wir uns deshalb den Genuss wirklich immer versagen.

Und fangen wir beim Steak an, so geht es weiter mit Kuchen, Schokolade, Sahneeis etc.

Und hier liegt der große philosophische Unterschied:

Ich habe mit Menschen gekocht, die das Essen liebten und um ehrlich zu sein auch danach aussahen- aber sie konnten mit Leidenschaft von dem sprechen was wir alle täglich tun.
Hier habe ich mit Menschen gekocht, die von den einzelnen Bestandteilen des Essens sprechen, von seinem Nährgehalt, Allergien und Krankheiten. Ich habe heute nicht einmal das Wort Genuss oder ein Synonym davon gehört. Esse ich also nur um möglichst lange zu existieren, oder ist Essen ein Teil meiner Lebensfreude?

Beantworten Sie sich die Frage selbst- meine Antwort lautet: Beides in ausgewogenem Verhältnis.

Und dafür koche ich jeden Tag!

© 2013 Bejana Foodtalk Suffusion theme by Sayontan Sinha
Plugin from the creators of Brindes :: More at Plulz Wordpress Plugins
WP Like Button Plugin by Free WordPress Templates